1. Ich habe bei Wikipedia folgenden Text über meine Behinderng gefunden:


    Tetraparese

    Tetraparese bezeichnet eine Lähmung aller vier Extremitäten. Dabei wird
    zwischen spastischer und schlaffer Tetraparese unterschieden. Bei einer
    schlaffen Tetraparese ist der Muskeltonus
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Muskeltonus> vermindert (hypoton).
    Spastische Tetraparesen zeigen einen erhöhten Muskeltonus.

    Eine spastische Tetraparese entsteht typischerweise durch eine
    Schädigung des Rückenmarks oder durch einen frühkindlichen Hirnschaden.
    Seltener liegt eine isolierte Schädigung des Pons
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Pons> zugrunde. Schlaffe Tetraparesen
    können z. B. im Rahmen eines Guillain-Barré-Syndroms
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Guillain-Barr%C3%A9-Syndrom> entstehen.

    Tritt eine Lähmung bereits im Säuglingsalter auf, besteht wegen der
    fehlenden Bewegungsmöglichkeiten die Gefahr, dass sekundäre,
    lebenswichtige Reize nicht aufgenommen werden können. Häufig
    persistieren dadurch die infantilen Reflexe wie der symmetrisch-tonische
    Nacken-Reflex (STNR), der tonische Labyrinth-Reflex (TLR) oder der
    asymmetrisch-tonische Nacken-Reflex (ATNR). Betroffene haben Probleme
    mit der Augen-Hand-Koordination, dem Zusammenführen beider Hände und dem
    Überkreuzen der Körpermitte.


    Spastik


    Neurologische Grundlagen

    In Gehirn <http://de.wikipedia.org/wiki/Gehirn> und Rückenmark
    <http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCckenmark> des Menschen liegen
    Zellen, die mit ihrem langen Ausläufer (dem Axon
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Axon>) zum Muskel ziehen, um ihn zu
    innervieren (stimulieren). Diese efferenten (ausführenden) Nervenbahnen
    werden als Motoneuronen <http://de.wikipedia.org/wiki/Motoneuron>
    bezeichnet, wobei zwischen dem ersten bzw. oberen Motoneuron und zweiten
    bzw. unteren Motoneuron unterschieden wird. Ersteres (dessen Zellkörper,
    die Pyramidenzellen <http://de.wikipedia.org/wiki/Pyramidenzelle>, im
    Gehirn liegen) vermittelt die Steuersignale für willkürliche Bewegungen
    über seine Axone (die die Pyramidenbahn
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Pyramidenbahn> bilden) an das untere
    Motoneuron, das als eigentlicher Impulsgeber für die Muskeln fungiert.
    (Ausführlich wird die Entstehung einer Bewegung im Artikel Motorcortex
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Motorcortex> erklärt.) Motoneurone des
    Rückenmarkes erhalten auch Informationen über extrapyramidale Bahnen
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Extrapyramidalmotorisches_System>, mit
    überwiegend hemmender Wirkung. Damit soll eine übermäßige Muskelreaktion
    verhindert werden. Über diese Bahnen werden auch die unwillkürlichen
    Reflexe gesteuert. In den muskelansteuernden Motoneuronen des
    Rückenmarkes laufen diverse Informationen aus dem Gehirn zusammen, deren
    Summe darüber entscheidet, in welchem Maße sich ein Muskel
    zusammenzieht. Das Ausmaß der Kontraktion erfährt dabei ständig eine
    feine Abstimmung, im Fall der Skelettmuskulatur zwischen Agonisten und
    Antagonisten einer Bewegung. Auch die als Muskeltonus
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Muskeltonus> bezeichnete Grundspannung
    eines nicht willkürlich innervierten Muskels wird über die absteigenden
    extrapyramidal-motorischen Bahnen gesteuert. Bei der neurologischen
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Neurologie> Untersuchung zeigt sich eine
    spastisch erhöhte Muskelspannung als „/geschwindigkeitsabhängiger
    Dehnungswiderstand des nicht willkürlich vorinnervierten
    Skelettmuskels/“^[1]
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Spastik#cite_note-DGN-0> , das heißt, dass
    sich der spastische Hypertonus umso ausgeprägter erweist, je schneller
    ein Muskel passiv gedehnt wird (im Gegensatz zum
    geschwindigkeitsunabhängigen Rigor <http://de.wikipedia.org/wiki/Rigor>).


    Ursachen

    Ursächlich für spastische Lähmungen ist eine Schädigung der für Bewegung
    zuständigen Bereiche im zentralen Nervensystem
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Zentrales_Nervensystem> (ZNS), also Gehirn
    und Rückenmark, insbesondere der Pyramidenbahn des ersten Motoneurons.
    Beteiligt ist immer auch eine Läsion des extrapyramidalmotorischen
    Systems <http://de.wikipedia.org/wiki/Extrapyramidalmotorisches_System>,
    denn dieser unbewusste Teil des Nervensystems schickt beständig
    beruhigende Impulse an den Muskel, um Tonus und Eigenreflexe
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Eigenreflex> zu regulieren. Fehlen diese,
    kommt es zur Verkrampfung. (Liegt hingegen eine isolierte Schädigung des
    ersten Motoneurons vor – also ohne Läsion des extrapyramidalen Systems
    –, hat dies eine schlaffe Lähmung zur Folge.)

    Die weit häufigste Ursache der Spastik ist eine durch einen Hirninfarkt
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Hirninfarkt> verursachte hypoxische
    Schädigung motorischer Hirnregionen. Auch Unfälle mit
    Schädel-Hirn-Trauma oder Rückenmarksverletzungen können zur Schädigung
    der extrapyramidalen Bahnen führen. Andere Auslöser für Spasmen sind
    Erkrankungen wie Spastische Spinalparalyse
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Spastische_Spinalparalyse>, Multiple
    Sklerose <http://de.wikipedia.org/wiki/Multiple_Sklerose> oder
    Amyotrophe Lateralsklerose
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Amyotrophe_Lateralsklerose> (bei ca. 20 %
    der Betroffenen).

    Eine frühkindliche Hirnschädigung
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%BChkindliche_Hirnsch%C3%A4digung>
    kann ebenfalls spastische Lähmungen auslösen. Hierfür gibt es
    unterschiedliche Ursachen, wobei in den meisten Fällen ein
    Sauerstoffmangel <http://de.wikipedia.org/wiki/Hypoxie_%28Medizin%29>
    unter der Geburt ursächlich ist. Dieser kann entstehen, wenn die
    Sauerstoffversorgung über die Nabelschnur unterbrochen ist, aber die
    eigenständige Atmung noch nicht einsetzen kann (d.h. der Kopf sich noch
    im Geburtskanal befindet) oder es zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand
    kommt. Seltenere Ursachen sind eine Hirnblutung zu diesem Zeitpunkt
    (besonders für Frühgeborene ist dieses Risiko deutlich erhöht) sowie
    vorgeburtliche Komplikationen, die zu einer Läsion motorischer Bahnen
    führen können: hier kommen virale Infektionskrankheiten der Mutter,
    Vergiftungen unterschiedlicher Art oder Unterversorgung des Fötus in
    Frage. Liegt eine dieser Ursachen vor, spricht man von einer Infantilen
    Zerebralparese <http://de.wikipedia.org/wiki/Infantile_Zerebralparese>
    (ICP).

    Darüber hinaus kann auch zu einem späteren Zeitpunkt Sauerstoffmangel
    die betreffenden Hirnareale schädigen. Dies kann zum Beispiel bei nach
    Ertrinken wiederbelebten Kindern vorkommen. Spastiken können ebenfalls
    als Folge von Entzündungen im Bereich des Zentralnervensystems, wie
    Meningitis <http://de.wikipedia.org/wiki/Meningitis>, Myelitis
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Myelitis> oder Enzephalitis
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Enzephalitis>, auftreten. Entscheidend ist
    eine Schädigung auf dem Weg von der ersten Entstehung eines
    Bewegungsimpulses zu der letzten Nervenzelle, die „ihre“ Muskelfaser
    versorgt (motorische Einheit
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Motorische_Einheit>). Der betreffende
    Muskel wird durch den spinalen Schock zunächst schlaff und kraftlos,
    außerdem fehlen die Muskeleigenreflexe (Areflexie
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Areflexie>). Im Verlauf von Wochen bis
    Monaten entwickelt sich dann die überhöhte Spannung. Kennzeichnend für
    den Betroffenen ist nun nicht mehr die Kraftlosigkeit (schlaffe
    Lähmung), sondern die mangelnde Kontrolle und Koordination, denn die
    übergeordnete Feinsteuerung durch das pyramidale System und die
    Beruhigung durch das extrapyramidale System fehlen.

    Die pathogenetischen Faktoren, die auf neuronaler Ebene die Spastik
    auslösen, sind z.T. noch hypothetisch. Diskutiert wird in diesem
    Zusammenhang die Reorganisation durch Neubildung von synaptischen
    Kontakten (das so genannte /collateral sprouting/) und durch Umwandlung
    von inhibitorischen in exzitatorische Synapsen sowie eine sich
    ausbildende Rezeptor-Hypersensibilität. Diese neurophysiologischen
    Prozesse werden unter dem Begriff /Plastizität des ZNS/ zusammengefasst.


    Symptome

    Vorweg sei bemerkt, dass eine Spastik keine Krankheit, sondern immer ein
    Symptom einer Schädigung oder Erkrankung des ZNS ist. Spastische
    Lähmungen zeigen sich in sehr unterschiedlichen Variationen und
    Intensitäten, die von minimalen, kaum beeinträchtigenden
    Bewegungseinschränkungen bis hin zu schwersten körperlichen
    Behinderungen reichen. Dabei hat jeder Patient sein eigenes spastisches
    Muster. Ein solches stellt beispielsweise die Wernicke-Mann-Haltung dar.
    Je nach Lokalisation der Lähmung unterscheidet man:

    * Monospastik = spastische Lähmung einer Extremität
    * Paraspastik = spastische Lähmung beider Beine
    * Hemispastik = spastische Lähmung der Extremitäten einer Körperhälfte
    * Tetraspastik / spastische Tetraparese = alle vier Extremitäten sind spastisch gelähmt; daneben können auch Hals- und Rumpfmuskulatur betroffen sein.

    Da die Sprech- und Schluckmuskulatur ebenfalls betroffen sein kann, sind
    auch in diesem Bereich Beeinträchtigungen möglich. Dazu zählen
    Sprachstörungen, wie langsame und/oder undeutliche Artikulation
    (Dysarthrie <http://de.wikipedia.org/wiki/Dysarthrie>), oder erschwertes
    Schlucken (Dysphagie <http://de.wikipedia.org/wiki/Dysphagie>). Umfasst
    die Lähmung auch die Augenmuskulatur, werden die Bewegungen beider Augen
    nicht korrekt koordiniert, so dass es zu Doppelbildern („Schielen“)
    kommt. Neben erhöhtem Muskeltonus und Dehnungswiderstand treten in den
    meisten Fällen auch „/andere Symptome wie Muskelparesen und
    Verlangsamung des Bewegungsablaufs, gesteigerte Muskeleigenreflexe und
    pathologische Fremdreflexe/“^[1]
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Spastik#cite_note-DGN-0> auf. Dies
    bedeutet, dass die Beweglichkeit erheblich eingeschränkt ist und aktive
    Bewegungen nur mühsam und wenig differenziert ausgeführt werden können.
    Die Bewegungskoordination erfolgt unter Umständen nicht fehlerlos, so
    beispielsweise die Koordination zwischen Augen und Hand (gezieltes
    Greifen) oder symmetrische Bewegungsabläufe. Seltener treten
    athetotische <http://de.wikipedia.org/wiki/Athetose>, das sind langsame
    geschraubte Bewegungen, oder choreatische
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Chorea_%28Medizin%29>, das sind regellos
    plötzlich einschießende unwillkürliche Bewegungen, auf.

    Beim Vorliegen einer angeborenen spastischen Behinderung bleiben
    frühkindliche Reflexe
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%BChkindlicher_Reflex> erhalten, die
    bei Gesunden innerhalb des ersten Lebensjahres unterdrückt werden. Ein
    solches Beispiel ist der Palmarreflex
    <http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Palmarreflex&action=edit&redlink=1>
    (ein Greifreflex), bei dem ein Berühren der Handinnenfläche ein
    sofortiges Schließen der Hand auslöst. Ein weiterer pathologischer
    Reflex, der kennzeichnend für eine Schädigung der Pyramidenbahn ist
    (Pyramidenbahnzeichen
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Pyramidenbahnzeichen>), ist der
    Babinski-Reflex <http://de.wikipedia.org/wiki/Babinski-Reflex>. Kommt es
    erst zu einem späteren Zeitpunkt zur Beeinträchtigung kortikospinaler
    motorischer Systeme, werden diese frühkindlichen Reflexe durch den
    Ausfall übergeordneter Strukturen reaktiviert.

    Eine Spastik geht hingegen nicht zwangsläufig mit geistigen
    Behinderungen einher. Manchmal wirken Betroffene in ihrer Lern- und
    Kognitionsfähigkeit eingeschränkt, was jedoch nicht auf einem
    Intelligenzdefizit beruht, sondern an der motorisch bedingt
    verlangsamten Reaktion liegt (zum Beispiel Antwort auf Frage).
    Allerdings gibt es auch Fälle mit gleichzeitiger leichter
    Intelligenzminderung bis hin zu schwerer geistiger Behinderung; hier
    wurden durch den Sauerstoffmangel bzw. die Infektion auch in anderen
    Bereichen Hirnschäden verursacht.

    Die Verkrampfung der Muskulatur ist tageszeitlichen Schwankungen
    unterlegen. Zusätzlich kann sie durch verschiedenste Reize der inneren
    und äußeren Umgebung spontan verstärkt werden. Hierzu gehören die
    Dehnung der Muskeln selbst, Signale aus den Eingeweiden, zum Beispiel
    Blasenfüllung, Umgebungsbedingungen wie Wärme, Feuchtigkeit, Berührungen
    oder psychische Einflüsse, zum Beispiel große Freude, Angst
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Angst>, Ärger
    <http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84rger> oder Depression
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Depression>. Es können Schmerzen
    <http://de.wikipedia.org/wiki/Schmerz> hinzutreten, die vor allem im
    akuten Spasmus sowie bei passiver Dehnung der spastischen Muskeln sehr
    stark sein können.